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SPD Schwielowsee fordert bauliches Leitbild für die Entwicklung Schwielowsees

 

04.03.2007

 

Vor kurzem sprach sich der Vorstand der SPD Schwielowsee für ein transparentes Planungsverfahren bei der anstehenden Bebauung größerer Areale in der Gemeinde Schwielowsee aus. Konkret geht es um die ehemalige Potsdamer Blume im Caputher Zentrum und um das Neubau-vorhaben an der Schwielowseestraße mit der geplanten neuen Marina.

 

Die Forderung nach einem öffentlichen Verfahren hat aber einen Hintergrund, der über die konkreten Maßnahmen und das rein Bauliche hinausgeht. 

 

Beide Vorhaben eint, dass sie sowohl das Ortsbild entscheidend prägen werden als auch durch ihre Nutzung große Bedeutung für das Entwicklungspotenzial der Gemeinde generell haben. Es stellt sich daher die Frage, nach welchen Maßstäben eigentlich zentrale Entwicklungsflächen der Gemeinde mit Blick auf die Attraktivität und das Potenzials Schwielowsees als Wohn- und Gewerbeort und touristisches Ausflugsziel beplant und bebaut werden sollen?   

 

Eine rein baurechtliche Betrachtung, auf die allein bislang Gemeinde und Bürgermeisterin stets verwiesen wird, springt zu kurz. Um inhaltliche Vorstellungen für die Entwicklung der Gemeinde durchzusetzen, ist das reine Baurecht ungeeignet, zumal auf diesem Wege die Einflussnahmen auf den Investor allen Erfahrungen nach nur begrenzt möglich sind. Daher ist es ganz entscheidend, dass die Gemeinde bereits vor Einleitung des offiziellen Baugenehmigungsverfahrens deutlich macht, was sie sich im Umgang mit diesen Flächen vorstellt.

 

Dafür braucht es eigene Vorstellungen über inhaltliche, öffentlich gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickelte Ziele für die Entwicklung der Gemeinde. Momentan hat man den Eindruck, es wird nach der Maxime „Hauptsache irgendwas“ verfahren. Vor dem Hintergrund des jahrelangen Stillstands scheint dies zunächst verständlich. Aber Leidensdruck ist ein schlechter Ratgeber, wenn es um langfristige Lösungen geht.

 

Am Beispiel der ehemaligen Potsdamer Blume wird dies besonders deutlich: Was auf dem Grundstück in der Ortsmitte in Caputh gebaut werden soll, ist allein schon aufgrund der Größe entscheidend für die mittelfristige Entwicklung der Gemeinde. Mit seiner langen Front zur Friedrich-Ebert-Straße als Durchgangsstrasse wird dort jede Bebauung das Ortsbild entscheidend prägen. Zudem ist aufgrund der Nähe zum Schloss eine besondere architektonische Qualität wichtig. Das Grundstück ist ein entscheidender Baustein für die bauliche und soziale Mitte von Caputh. Ein gesichtloser, nach kurzfristigen Renditeinteressen errichteter und bereits nach wenigen Jahren schäbig aussehender Supermarkt-Bau würde die Mitte von Caputh verschandeln.

 

Deshalb fordern wir die Gemeindeverwaltung auf, eine offene Diskussion über die inhaltlichen Möglichkeiten im Umgang mit bebauungsfähigen Brachflächen in der Gemeinde zu initiieren und dabei die Öffentlichkeit schon jetzt einzubinden. Das Engagement der Bürgermeisterin bei der Vermittlung zwischen Eigentümern und potenziellen Investoren ist grundsätzlich zu begrüßen. Aber sie darf sich dabei nicht zum Büttel der Investoreninteressen machen lassen und ein Geschäft zu Lasten der Gemeinde zulassen. Sie ist keine neutrale Partei, sondern Interessenvertreterin der Bürgerinnen und Bürger Schwielowsees. Daher müsste sie schon jetzt beantworten können, was sich die Gemeinde bei der Bebauung im Rahmen baurechtlicher Genehmigungen dort vorstellt und darf sich dabei nicht hinter formalen Antworten zum Bebauungsplan verschanzen. Bürgereinsprüche im Rahmen der vom Gesetzgeber vorgesehenen Auslegung des Bebauungsplanes haben leider oft nur kosmetischen Charakter, weil zu diesem Zeitpunkt bereits alle Messen gesungen sind. Die zentralen Entwicklungsflächen von Schwielowsee und insbesondere die besagten Grundstücke in Caputh sind zu wichtig um sie als Kniefall vor einer billigen Investorenarchitektur zu opfern. Ein Basta, wenn alle Entscheidungen gefallen sind und es nur noch heißt, bauen oder nicht bauen, darf deshalb nicht passieren. Will man hier wirkungsvoll mitgestalten, so braucht die Gemeinde eigene Maßstäbe, die schon jetzt auf den Tisch einer kritischen Öffentlichkeit gehören. Dazu muss man frühzeitig den Dialog suchen und gemeinsam auch mit Projektentwicklern und Architekten Lösungen im beiderseitigen Interesse einer nachhaltigen Entwicklung suchen. Denn auch bei der Rendite zahlt sich langfristige Qualität aus. 

 

Daher unsere Forderung nach einem baulichen Entwicklungsleitbild für die Gemeinde: Wie und mit wem soll die Gemeinde in ihrer Mitte wachsen? Ohne eigene Vorstellungen wird die Gemeinde unter die Räder von Investoren geraten.

 

Wir sehen gute Chancen, durch eine attraktive, moderne und ökologische Architektur an diesem Ort die Attraktivität von Schwielowsee als  Gewerbe- und touristischen Standort und als Anziehungspunkt für generationenübergreifendes, familienfreundliches Wohnen auszubauen. Andere Gemeinden machen längst vor, wie man mit einem frühzeitig begonnenen Dialog der Gemeinde mit potenziellen Investoren die Interessen sowohl der Bürgerinnen und Bürger an einer positiven Entwicklung ihrer Gemeinde als auch diejenigen potenzieller Käufer und Mieter unter einen Hut bringen kann. Wir halten es für falsch zu warten bis Bebauungspläne im gesetzlich vorgesehenen Verfahren auf den Tisch flattern und die Bürgerinnen und Bürger bloß noch zu Details Stellung nehmen können.

 

Deshalb fordern wir die Gemeindeverwaltung auf, eine öffentliche Veranstaltung mit Vertretern von Kommunen, die eine ähnliche innerstädtische Entwicklungschance erfolgreich gemeistert haben, mit städtebaulichen Experten und unter Einbindung der potenziellen Investoren vorzubereiten und durchzuführen. Dass Investoren darüber mit sich reden lassen, zeigen zahlreiche Beispiele aus anderen Gemeinden, auch bei Grundstücken, die sich nicht im öffentlichen Besitz befinden.

 

Wir fordern die Gemeinde daher auf, inhaltliche Vorstellungen für die Bebauung und für das Gespräch mit den Investoren zu entwickeln und mit den Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam öffentlich zu diskutieren. Es muss bereits jetzt deutlich werden, was die Gemeinde im Interesse der Schwielowseer bei der Entwicklung ihrer baulichen Filetstücke erwartet und dass sie die Bürgerinnen und Bürger als Partner in diesen Dialog einbinden will. Eine nachhaltige Entwicklung Schwielowsees ist in unserem gemeinsamen, im öffentlichen Interesse.

 

Michael Marten, Caputh

Mitglied im Vorstand der SPD-Schwielowsee

 

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Offener Brief an die Bürgermeisterin der gemeinde schwielowsee  

K r u g h o f

Sehr geehrte Frau Hoppe,

vermutlich waren Sie länger nicht mehr im Krughof sonst wüssten Sie, dass insbesondere der untere Teil der Straße Krughof immer mehr "absäuft": inzwischen sind die Schlaglöcher gerade im unteren Bereich ab Heimathaus bis zur Wendeschleife so zahlreich und tief voll Wasser wie eine indische Dorfstraße. Der Unterschied ist nur, dass Indien auf dem Lande eher als unterentwickelt gilt - Caputh hingegen rühmt sich ja eher ein Juwel für den Tourismus zu sein!

 

Vielleicht ist es hilfreich, nicht immer nur auf die Randzonen der Gemeinde wie die Straßenverbindung von Ferch nach Petzow zu schauen, sondern sich auch einmal im Ortskern diese total desolate Straße selbst anzusehen (vergessen Sie aber halbhohe Gummistiefel dabei nicht!) und diese gerade wegen ihres desolaten Zustands auf einem gewissen Niveau der Begeh- bzw. Befahrbarkeit zu halten. Aber vermutlich bringt die Einweihung einer neuen Straße ein schöneres Bild in der Presse von Ihnen als eine übliche Straßeninstandhaltung im Zentrum? Wenn Sie auch hier gut ins Bild kommen wollen, was ich Ihnen ohne Abstriche gönne, empfehle ich Ihnen, den grundhaften Ausbau des Krughofs endlich zu starten und nicht länger darauf zu verweisen, dass ja mancher Anlieger angeblich mit dem Zustand dieser Drittweltstraße zufrieden sein soll, weil er keinen roten Heller für den Neubau als Anlieger berappen will (Argumentation Ihres Mitarbeiters, Herrn Meier). Denn wenn es immer nur nach dem Willen Einzelner ginge, sähen viele Straßen in Caputh noch heute so aus! Im übrigen verweise ich auf die Pflicht der Gemeinde, auch eine solche desolate Straße kontinuierlich Instand zu halten. Damit vermeiden Sie auch ggf. Schadensersatzansprüche bei Personen- und Sachschäden, die durchaus auf die Gemeinde zukommen könnten.

 

Übrigens für Ihre Chronik: Bereits 2005 habe ich Sie auf diesen unhaltbaren Zustand aufmerksam gemacht und danach auch mehrfach die Bauverwaltung. Erst nach mehr als einem Jahr verunglückter Experimente mit Füllmaterial wurde wenigstens der Einmündungsbereich des Krughofs mit der Weberstraße aufgepflastert und einige Schlaglöcher anfangs mit untauglichen Mitteln und später mit wenig dauerhaftem Straßenrecycling aufgefüllt.

 

In diesem Sinne weiterhin frohes und leider vergebliches Schlaglochfüllen.

Mit freundlichen Grüßen

 

Hans-Joachim Kursawa

Anlage Aufnahme vom 01.03.2007

 

 

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Offener Brief an die Bürgermeisterin der Gemeinde Schwielowsee am 30.07.2005:


Sehr geehrte Frau Hoppe,

verstärkt durch starke Regenfälle in den letzten Wochen ist die Verbindungsstraße von der Wendeschleife des Krughofs in Caputh bis zum Eingang zum Schlosspark inzwischen derart tief ausgespült worden, dass teilweise bis zu 15 cm tiefe Rinnen entstanden sind und fast die gesamte Oberfläche der Straße Richtung Schlosspark abgespült wurde.


Die Ursachen sind Ihnen seit Monaten bekannt. U. a. ist das Problem der Dachentwässerung in der Straße, die noch immer in Richtung Straße verläuft und das Problem verschärft, nicht gelöst worden. Aber auch eine vertretbare Zwischenlösung hat die Verwaltung bis heute nicht gelöst. So wurde mehrfach angeregt, die Fließgeschwindigkeit des Regenwassers durch Querrinnen zu vermindern und bis zum Endpunkt am Eingang des Schlossparks Versickerungsmöglichkeiten einzubauen, die zumindest das Extremwasser aufhalten.


Wir haben inzwischen Fotos vom unhaltbaren Zustand dieser Straße und dem Krughof insgesamt angefertigt und für alle sichtbar auf der SPD-Internet-Seite eingestellt, damit Bürger und auch Besucher von Caputh wissen, warum dies alles so ist, wie es derzeit ist.


Vielleicht lassen Sie jetzt etwas Vernünftiges einfallen, denn so geht es nicht weiter.


In diesem Sinne frohes Schaffen.


Hans-Joachim Kursawa,

Schwielowsee-Caputh




Tiefe Ausspülungen auf dem Weg zum Schloss: Besucher und Anlieger sind hoch erfreut

 

Die neue Seenlandschaft in Caputh: ein besonderer touristischer Anziehungspunkt?

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